11.06.2026
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In der Schwebe – Zwischen alten Mustern und neuer Selbstwürdigung
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In den letzten Tagen habe ich mich wieder in einer Phase wiedergefunden, die ich früher wahrscheinlich als Stillstand oder sogar als Rückschritt empfunden hätte.
Heute fühlt sie sich anders an. Ich habe bewusst beschlossen, erst einmal nichts Neues zu starten.
Kein neues Projekt,
keine große innere Arbeit,
kein „Jetzt muss ich mich endlich finden“.
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Stattdessen halte ich mich in einem Zwischenraum auf, den ich selbst als Beobachtungs- und Schutzraum bezeichne. Ich beobachte mich selbst in alten Strukturen, ohne mich wieder voll darauf einzulassen.
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Das ist keine Passivität, sondern eine Entscheidung.
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Dabei ist mir eine Frage besonders deutlich geworden:
Wie viel von dem, was ich früher getan habe, war eigentlich aus mir selbst heraus gewollt – und wie viel war vor allem eine Überlebensstrategie?
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Sport, Singen, Tanzen, das intensive Schreiben, aber auch frühere Berufsideen wie Psychologie oder Wirtschaftsinformatik – fast alles hatte einen starken Anteil an Anerkennungssuche, Stabilisierung oder dem Bedürfnis, nicht in die innere Leere zu fallen.
Das ist kein schönes Eingeständnis, aber es fühlt sich ehrlich an.
Viele Dinge, die ich früher als „das bin ich“ oder „das macht mir Spaß“ erlebt habe, waren in Wahrheit stark von dem Wunsch überlagert, funktionsfähig zu bleiben und nicht unterzugehen.
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Meine Tochter spiegelt mir in dieser Zeit sehr deutlich, was mir selbst lange gefehlt hat.
Sie hat ein selbstverständliches Ja zu sich selbst.
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Sie weiß, warum sie etwas möchte, und sie traut sich, dafür Raum zu nehmen, weil es ihr guttut – nicht weil es sinnvoll, hilfreich oder ein gutes Ventil ist.
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Bei mir waren die Beweggründe meist anders geartet:
Ich wollte helfen,
etwas Sinnvolles machen
oder etwas, das mich über Wasser hält.
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Selten habe ich etwas wirklich aus einem freien, inneren „Das will ich für mich“ heraus gewollt. Das ist schmerzhaft zu sehen. Es zeigt mir, wie stark mein Leben über viele Jahre hinweg von Anpassung und Überlebensstrategien geprägt war.
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Gleichzeitig merke ich, dass ich diese Erkenntnis heute ruhiger aushalten kann als früher.
Ich muss sie nicht sofort „bearbeiten“, in etwas Positives umdeuten oder daraus einen neuen Wachstumsschritt machen. Es darf erst einmal so sein.
Das ist neu.
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In diesem Zusammenhang ist mir auch noch einmal bewusst geworden, wie extrem mein inneres System zwischen Yin und Yang hin- und hergependelt ist.
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Auf der einen Seite sehr tiefe, kraftlose und leere Phasen, in denen fast nichts mehr ging.
Auf der anderen Seite starkes Ausdrücken, nächtliches intensives Arbeiten, hoher innerer Druck und das Gefühl, alles sofort verstehen, lösen und integrieren zu müssen.
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Beides war oft übertrieben. Die gesunde, stabile Mitte dazwischen war lange kaum vorhanden. Viele meiner alten Muster – auch das sehr intensive Schreiben – waren stark yang-getrieben und haben mich immer wieder in einen Yin-Kollaps geführt.
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Was sich in letzter Zeit verändert hat, ist vor allem meine Haltung mir selbst gegenüber.
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Ich merke, dass ich deutlich weniger schlechtes Gewissen habe, wenn ich früher aufhöre, Pausen mache oder Grenzen setze.
Das ist ein spürbarer Unterschied zu früher. Früher war da oft diese stille Stimme: „Darf ich das überhaupt? Muss ich nicht noch durchhalten?“ Diese Stimme ist leiser geworden. Ich beobachte mich selbst mehr, statt mich sofort unter Druck zu setzen, etwas ändern oder optimieren zu müssen. Es fühlt sich nicht mehr wie ein Versagen an, wenn ich etwas nicht zu Ende bringe oder früher aufhöre.
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Ich weiß noch nicht, wie lange ich in diesem Beobachtungsraum bleiben werde. Ich spüre aber, dass es gerade richtig ist, nichts zu forcieren.
Weder alte Dinge komplett wegzuschmeißen, noch sofort etwas Neues zu beginnen.
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Ich möchte erst einmal lernen, wie ich mich schütze und für mich sorge, ohne dass es wieder in einen neuen inneren Druck mündet.
Es ist keine Phase der großen Erkenntnisse oder tiefen Transformationen.
Es ist eher eine Phase des ruhigen Ankommens in einer neuen Grundhaltung:
Ich muss nicht mehr alles sofort verstehen, lösen oder in etwas Sinnvolles verwandeln.
Es reicht, wenn ich sehe, was ist – und mich selbst dabei nicht verliere.
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Da möchte ich aktuell auch gar nichts weiter hinzufügen.
Ich finde die Zusammenfassung reicht völlig aus, auch, wenn ich sonst üblicherweise eher die Vertiefungen unten anhänge.
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Ich bin da, wo ich jetzt bin und es ist gut so!
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Ich drücke Euch von Herzen
Eure Moni
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