Die kleinen, stillen Momente/Dinge

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„Alltags-Freuden“

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Meistens berichtet man von den „großen“ Erlebnissen/Dingen/Momenten, aber eigentlich sind es die „kleinen, stillen“, die Stück für Stück, Puzzle-Teil für Puzzle-Teil die Tage/das Leben prägen und auch so besonders machen.

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Stille Momente, die man kaum teilen kann/mag, weil zu klein… zu „unwichtig“ erscheinend. 

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Wie, bei diesen beiden Bildern, die Distel, dieses „unscheinbare Unkraut“, von der Nähe betrachtet mit dem Morgenreif ein Kunstwerk ist. Leider sind die Bilder nicht ganz so scharf geworden, weil ich schon bisschen vom schnellen Gehen geschnauft habe. 

So viele Dinge, die für manche selbstverständlich sind oder denen keine Bedeutung beigemessen werden, wie dass man sich einen Kaffee kochen kann oder es schafft, die Zähne zu putzen. Nein, dass alles gehört unter „Selbstverständlichkeit“. 

Aber es gibt viele kranke Menschen, ob seelisch oder körperlich, für die ist es eben nicht so. 

Für mich zum Beispiel! 

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Vor den beiden OPs habe ich mich schon über ein Jahr mit „Muskelschwäche“ herumgeschlagen (konnte nicht mal einen Wäschekorb hochheben oder eine Flasche öffnen). Anschließend: Galle raus… Gebärmutter raus… tja… und alles ging wieder und wieder zurück auf „Neustart“. 

Ja, Kaffee konnte ich mir kochen und die Zähne putzen auch, aber vieles ging immer weniger. Z.B. Ergometer in der Reha fahren (nicht mal im Leerlauf).

Der Alltag war sehr beschwerlich… jede Kleinigkeit war einfach anstrengend und trotzdem musste ich mich selbst versorgen und meine Tochter. 

Seit ich hier die Selbstentwicklungen aufschreibe und überhaupt auch so viele neue analytische Einblicke erhalten habe, hat sich mein Nervensystem schon leicht verändert, das bemerkte ich aktuell z.B. am Samstag und Sonntag. Es fühlte sich zum ersten Mal so an, als würde ein Heilungsstrom durch mein Rückenmark fließen und auch überhaupt war der ganze Körper in einem sanften „Arbeitsmodus“. Ich fühlte mich so von „Körperliebe“ eingehüllt. Als würde er sagen: „Ja, auch sachte wird manches wieder heil werden können! Komm, lass Dich sanft fluten!“ 

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Heute Morgen bin ich kurz vor 4 Uhr 30 aufgestanden, weil ich gestern um 22 Uhr schon im Bett lag. 

Normalerweise bin ich eine Nachteule… und das bringt den Körper natürlich etwas durcheinander. 

Diese Kleinigkeiten, einfach schon in der Frühe vor allen anderen duschen zu können, den Abwasch zu machen, Müll rauszubringen, Frühstück und Mittagessen für meine Tochter herzurichten, ohne so verschlafen zu sein, das war für mich ein schöner Start. 

Dann haben wir zusammen Kaffee getrunken. Obwohl mir eine Tasse umkippte und wir die Sauerei beseitigen mussten, haben wir uns nicht mal dadurch die Laune verderben lassen. 

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Als dann beide aus dem Haus waren, ging es weiter mit Wäsche abhängen und zusammenlegen, Lüften, Betten machen und etwas aufräumen. 

Anschließend habe ich mir meine Laufschuhe angezogen und bin hinaus in die frische Luft, um dem wunderbaren Sonnenschein entgegen laufen zu können. Unterwegs habe ich Fotos vom Blau des Himmels, vom Lachen der Morgensonne, vom letzten Raureif auf der Distel, vom ersten Blühen einzelner Sträucher und von den Mandelblüten-Knospen, die in den Startlöchern stehen, geschossen.

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Zurück zuhause habe ich meine Muskeln gedehnt und ein paar Wandstützen und Kniebeugen gemacht. 

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Und jetzt kann ich hier gemütlich davon erzählen… 

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Oft ging nur eine dieser Sachen… es gab Tage da… und ich freue mich jetzt immer über jeden oben genannten Punkt und denke: 

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„Ja, das geht auch wieder! Wie schön!“ 

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„Hach, wie schön es ist, dass alles so klappt, wie ich es gerne mag!“ 

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In mir strahle ich wie ein Honigkuchenpferd. Wenn man mich jetzt sehen würde und mich fragen würde, warum ich so strahle, dann könnte ich nur sagen: „Ach, ich habe meine Wäsche schon abgehängt“. 

Und viele würden sich denken: „Das mache ich neben meinem Beruf mal schnell nebenher, was hat die denn?“

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Tja… ich sehe halt nicht nur die „Distel als Unkraut an“, sondern staune über die bereiften Härchen und die feinen Wassertropfen, die im Sonnenlicht glitzern!

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Ist das nicht wunderschön?

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Oder wie die Mandelknospen schon am Start sind, bald vollständig aufbrechen und mit ihrem wunderschönen Blütenfeuerwerk die Straßenränder zieren. 

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Ja, so fühle ich mich auch! 

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Das sind die Dinge, die das Leben schön machen. Die kleinen, stillen Freuden… 

… und doch sind sie groß, denn ich habe mit Selbstpflege angefangen, mit Familienversorgung weitergemacht, die Geselligkeit mit meiner Tochter und meinen Mann am Tisch genießen dürfen, erste Hausarbeiten so erledigt, wie es mich richtig zufrieden macht, für mein Herz-Kreislauf–System meine Beine und mein Herz bewegt und mich zum Abschluss achtsam gedehnt, mich umgezogen und zum „Abschwitzen“ warm eingekuschelt und dann blieb sogar noch Energie zum Schreiben. 

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Kleine, stille Freuden? Nein, ich fühle mich „rund“! Voll und ganz rund!

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Und heute wollte ich mit Euch diese kleinen Dinge/Momente mal teilen. Sie sind Alltag, aber sie sind die vielen Bausteine, die für Stabilität oder für das Werden sorgen. 

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Die „großen“ Dinge, so wie der Auftritt, sind nur „kurze“ Momente, die zwar nachhallen und auch prägen, aber meist sind eben die ganz vielen kleinen, stillen nötig, die sich dann in diesen „großen“ Momentfeuerwerken entladen. Wie beim „Blütenfeuerwerk“. 

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Knospen01

Ich wünsche Euch das Staunen und die Freude über all Eure „kleinen, stillen“ Momente/Dinge.

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Ein herzlicher Frühlingsgruß 

von 

Eurer Moni

Ein Gedanke zu „Die kleinen, stillen Momente/Dinge

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