Erste Chorerfahrungen

16.12.2025

Achtung, ganz langer Text

Ich habe nach dem Chorkonzert einmal alles aufgeschrieben und abgesehen von den Namenskürzungen, habe ich keine Änderungen vorgenommen. Deshalb erscheint der Text in voller Länge. 

Der evangelische Projektchor 2021/2022 und ich


Schon gleich nach nicht mal zwei Monaten Gesangsunterricht, fragte meine Gesangslehrerin mich:

„Es startet bald ein Projektchor von der evangelischen Kirche aus und ich leite den Chor. Hättest Du Lust, da mitzumachen?“

„Ähm! Meinst Du das ernst?“

„Ja! Wieso nicht? Sind doch nur leichte Lieder und ich kann es mir ganz gut vorstellen, dass Du dort gut aufgehoben wärst!“

„Dir ist schon klar, dass Chor gar nicht geht?“

„Du kannst es Dir ja einfach nur mal anschauen, Du musst ja nicht mitsingen, sondern einfach nur zuhören und wenn es nichts für Dich ist, kannst Du ja auch wieder gehen!“

„Ähm… na ja…“

„Du kannst es Dir ja mal überlegen…“

„Aber B., Du weißt schon, dass ich im Chor eigentlich wirklich nicht mitsingen kann! Ich kann es mir nicht vorstellen, dass es klappt, weil ich doch gar nichts höre und da muss ich doch kontrollieren, was ich singe!“

„Schon, aber, wie gesagt, ich würde es auf einen Versuch ankommen lassen!“

„Du weißt aber auch, dass, wenn es klappen würde, Du ein Einhorn kreiert hast!“

 

Kein Kommentar, denn B. ist fest von ihren Eingebungen überzeugt! (Zurecht!)

 

„Wie gesagt, Du kannst es Dir ja überlegen!“

 

Also das Gespräch hat jetzt nicht ganz genau so stattgefunden, weil meine Gesangslehrerin viel subtiler fragte oder es einfließen ließ, aber ich habe es mal zusammengefasst, wie es noch ungefähr abgelaufen ist. Tatsächlich hat sie es mir einmal kurz angedeutet und beim nächsten Mal habe ich sie drauf angesprochen, ob sie es ernst meint oder so…

Jedenfalls dachte ich, dass ich ja einmal vorbeischauen könne… bloß schnappte ich mir meine Tochter, damit sie vielleicht ein bisschen Unterstützung geben konnte, ich war schon sehr nervös und dachte, dass es mir mit meiner Tochter viel leichter fallen würde. Sie war meine „Mutmacherin!“

Das erste Mal habe ich nur zugehört und meine Tochter singen lassen… sie hat mir dann gezeigt, wo sie gerade sind und na ja… ich war im Beobachtungsmodus.

Wir sind aber schnell nach Hause gegangen, nach der Probe, um bloß nicht angesprochen zu werden… und husch waren wir weg.

Beim zweiten Mal habe ich meine Tochter wieder mitgenommen und festgestellt, dass es für mich leichter ist, direkt bei meiner Chorleiterin mitzuhören/mitzulesen, denn beim ersten Mal hatte ich mich auf meine Tochter fixiert und gar nichts gehört oder verstanden. Am zweiten Probetag traute ich mich, zumindest ein, zwei Zeilen mitzusingen (ganz leise).

Zuhause habe ich dann etwas geübt, denn ich muss ja von Mund ablesen beim Singen und ich habe festgestellt, dass es besser geht, wenn ich die Lieder auswendig kann.

Beim dritten Mal konnte meine Tochter nicht mitkommen und das war für mich irgendwie nicht so ideal, weil ich ja dann gar keine Hilfe hatte… aber gut, ich bin trotzdem hingegangen und  habe Blut und Wasser geschwitzt, aber ich habe auch festgestellt, dass ich zumindest einigermaßen mitsingen konnte, wenn es wohl auch oft noch falsch war. Es hat mir keiner gezeigt oder angedeutet, dass ich furchtbar singe und B. hat mir dann im Unterricht gesagt, wie stolz sie auf mich war und dass es doch ganz gut geklappt hätte. Und, sagte sie, dass es normal ist, dass viele falsch singen… so genau treffen viele gar nicht die Töne, da hätte ich mich gut geschlagen.

So ermutigt, folgten dann weitere Proben. Immer war ich hinterher total verschwitzt und immer huschte ich so schnell ich konnte nach der Probe davon und wenn sie neue Lieder zum Einüben mitbrachte, war es unheimlich schwer, ihnen zu folgen, trotzdem war ich froh, wenn ich eine Zeile hinbekommen hatte, zuhause habe ich mich ja dann wieder an meine Orgel setzen können.

Dann stellten wir fest, dass ich immer aufgeschmissen war, wenn sie zu anderen Sängern ging oder mit den Altsängern mitsang und ich meine „Tonspur“ alleine singen musste. Und so fragte meine Gesangslehrerin V., ob sie es mal versuchen möchte, mich mit ihrem Gesang neben mir zu unterstützen und natürlich mit ihrem Mundbild. V. war meine erste Singstütze! Sie hat ein tolles Mundbild zum Ablesen und es klappte gleich ganz prima und es hat auch Spaß gemacht!

Weil die Proben diesmal im Gemeindesaal stattfanden, konnte ich am Schluss nicht so einfach weghuschen und es kam mir dann E. entgegen und versuchte mit mir ein Gespräch zu führen. E. ist wirklich sehr, sehr lieb und hat auch sehr viel Geduld und eigentlich wollte ich mich von ihr lösen, doch unser erstes Gespräch klappte ganz gut und so sprachen wir eigentlich noch bestimmt eine halbe Stunde miteinander oder länger… ich sagte E., dass ich letztendlich froh bin, dass sie mich „festgenagelt“ und angesprochen hatte. Das war mein erstes Lockerwerden, denn ich war immer bis in die Haarspitzen angespannt!

Mutige E.! Danke!

Und bei der nächsten Chorprobe war V. wieder an meiner Seite, musste aber etwas früher weg und als E. sah, wie ich so verloren auf mein Notenblatt starrte, stand sie einfach auf und setzte sich neben mich, um mir Mut zu machen!

Bei der letzten Probe, die wir noch abhalten konnten, bevor wir wegen den Corona-Auflagen pausieren mussten, outete mich B. vor der ganzen Truppe… puh… das musste ich dann erst einmal sacken lassen. Bis dahin hatten wir es durchgehalten zu schweigen (weil ich sie auch darum gebeten hatte, weil ich es für mich erst einmal erfühlen musste, denn es war ja schon hart für mich und Mitleid wollte ich auch keins). Die Chormitglieder applaudierten mir und schauten auch erstaunt, die meisten wussten es nämlich gar nicht… irgendwie ist es auch nicht richtig aufgefallen. Ich starrte allerdings nach Vorne und bekam das jetzt nicht so ganz mit, weil ich mich gleich in mein Schneckenhaus zurückzog… und wieder total zusammensinken wollte.

Ich war B. überhaupt nicht böse, irgendwann musste es ja mal raus, aber na ja…

Oh ja, das war mal der Anfang!

Nur habe ich Euch noch gar nicht beschrieben, was und wie ich im Chor höre, das hole ich jetzt nach:
 

Zuerst einmal ist es ein tolles Gefühl, dieses „Grundsummen“ zu hören. Es klingt, wie ein Meer voller Töne. Mal nehmen die Wellen zu, mal wird das Wasser unruhig, dann wieder knallt alles zusammen, aber die meiste Zeit, ist es ein genüssliches Grundrauschen.

Damit beantworte ich auch schon die Frage, ob ich denn gezielt Lieder heraushöre. Nein, gar nicht, nicht, wenn ich inmitten dem Meer schwimme und mich davon tragen lasse.

Deshalb kann ich mich auch nicht orientieren, also an einer Stimmlinie zum Beispiel und auch das Klavier geht im Klangrauschen unter.

Stehe ich weiter weg, kann ich Gesamtlieder heraushören, also würde ich jetzt Zuhörerin, aber natürlich auch nur, wenn ich die Lieder schon kenne und wenn sie entsprechend gut gesungen werden. Also wenn der Chor „verrauscht“, dann kann ich auch bekannte Lieder schwer nachvollziehen, also schon teilweise… so: „Ah ja, das ist Halleluja!“, aber es ist dann so, dass ich vielleicht den Refrain höre, die Zwischenmelodie dann wieder nicht und na ja… es hängen viele Faktoren zusammen, dass ich Teile hören kann oder vielleicht auch mal ein ganzes Lied. Aber in der Regel ist es ein Grundrauschen und je nach Umgebung mehr oder weniger „verschwommen“, „verrauscht“ oder „verhaucht“.

Ich war mal bei einem schönen Chor dabei, der draußen gesungen hat. Es war nicht die beste Klangstelle für meine Ohren, denn der Klang verflog nach allen Seiten. Oh, er war trotzdem toll, aber in einer Halle oder einer passenden Umgebung, wären wohl die Schallreflexionen besser gewesen.

In dem Projektchor, bei dem ich jetzt dabei war und auch wohl weiter mitsingen werde, hörte ich außer zwei, drei Personen überhaupt nicht heraus. Nummer Eins in den Höhen war E.F.: Egal, wo ich saß, mein Hörgerät reagierte auf ihre Höhen. Die anderen Töne nicht so, aber auf die Höhen schon. Nummer zwei war unser „dritter“ D., der Bass! WOW, da kam der Klang, wie aus der Erde getragen hervor. Doch auch von der Seite, aber es fühlte sich an, wie auf einem Bett getragen im Schwingungsmeer. Und natürlich Nummer Drei B. selbst. Ehrlich gesagt, höre ich B. nur heraus, wenn ich sie fokussiere und mit ihr singe, also sobald ich ihr vom Mund ablese und sie und ich uns eingeschwungen haben. Dann schwinge ich im Einklang mit ihr und deshalb kann ich auch mitsingen, aber für die Höhen brauche ich einfach E.F.!

Ja, dann, wenn ich B. fokussiere, „höre“ ich die Lieder schon… sonst aber niemand wirklich einzeln  heraus und ich singe „blind“, denn mich selbst höre ich nämlich auch nicht… ich fühle nur, wenn ich wohl einigermaßen richtig singe. Doch, manchmal höre ich mich auch… aber natürlich nicht so, wie die Normalhörenden sich hören, ich höre mich nur sehr leise und kann auch nicht kontrollieren, ob ich nun richtig singe.

Mit der Zeit habe ich einfach die Schwingungen ausgeglichen. Also, wenn ich gesungen habe, dann vibriert es anders, wenn ich falsch singe und wenn ich richtig singe, dann schwingt es angenehm, als wenn ich in diesem Klangmeer integriert wäre und mich gleichmäßig in den Wellen mitbewege, so dann nicht wie vorhin beschrieben oben drauf schwimme oder mich tragen lasse, sondern wie einer der Wassertropfen, der dazugehört und sich eben mitbewegt.

Wenn meine Gesangslehrerin und ich eingeschwungen sind, dann schaffe ich fast alles, nur die Höhen nicht, da brauche ich dann meine „Stimmträgerin“ und das ist beim zweiten Teil des Projektchors im Frühling bis zum Sommer E.F. später gewesen. Wobei V. mir auch sehr gut geholfen hat, einmal beim „An Irish Blessing“ und „Tochter Zion“. Leider war V. kaum noch mit dabei und hat sich dann auch nach Hinten gesetzt, aber ihr Mundbild ist für mich richtig spitze und ich kann auch die Höhen mit ihr erreichen.

Bei E.F. kann ich die Schwingung aufnehmen und „kopieren“, d.h. wenn ich die Töne richtig singe, dann (wie meine Gesangslehrerin das so schön ausdrückte), bin ich eher eine Klangerweiterung von E.F..

Oh, ich möchte M. erwähnen, die sich auch mutig neben mich gesellt hat, nur höre ich M. überhaupt nicht raus und freue mich, dass sie mich immer so tapfer unterstützen mag. Alleine hat sie eine super schöne Stimme, aber im Chor versinkt sie im Grundschwingen. Aber wenn E.F. und V. nicht da sind, dann hilft es mir trotzdem ungemein, wenn ich vom Mund ablesen darf, denn B. muss ja auch mal hier und da hin zum Singen helfen. Für jede, die mir als Unterstützung mir zur Seite stellt, bin ich so unglaublich dankbar!

Nur mit ihnen gelingt es mir, im Chor überhaupt zu bestehen. Ohne sie wäre es ungleich schwerer und ich hätte wohl nicht so lange durchgehalten.

Ich möchte mich einmal hier an dieser Stelle für die so liebe Chorgemeinschaft bedanken! Also danke B., für die Gelegenheit und den Mut und dass Du das Experiment mit mir gerne durchlebst und danke auch an alle, die mich „aushalten“ und gerne dabeihaben und ein spezieller Dank geht an V., E.F., M. und E., meine „Stimmstützen“ und Mutmacherinnen!

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie ich geschwitzt habe, aber je länger ich dabei war, je sicherer ich wurde, desto mehr ging ich nach und nach auf. Ich blühte regelrecht auf und selbst meine Nachbarin fragte mich, was denn mit mir passiert wäre, weil ich so anders aussehen und  strahlen würde, so eine grundverändert wirke und vor allem viel glücklicher erscheine.

Und vom „Schnell aus der Kirche huschen“ bin ich auch schon längst weggekommen. Inzwischen plaudere ich vor der Probe hier und da und nach der Probe auch und ja, das ist immer noch der Anfang, sagt mir mein Gefühl.

Oh, von einer sehr lieben Teilnehmerin muss ich unbedingt erzählen und das ist meine liebe F. Sch.!

Irgendwann ist es mir aufgefallen, dass sie immer wieder versucht hat hinter mir zu sitzen und irgendwann musste ich sie drauf ansprechen, wieso sie so leidlich schaute, weil ich mich dann eine Reihe weiter nach vorne gesetzt hatte und die Reihe dazwischen dann mit anderen Teilnehmerinnen gefüllt wurde.

Sie sagte: „Ich höre Dich gerne und brauche Dich, damit ich einigermaßen mitsingen kann!“ 

„Wie bitte?“ Ich glaubte, dass ich mich verhört hätte, aber B. hat sie das gleiche auch erzählt. Wisst Ihr, das ist ein überaus gigantisches Lob für eine wie mich, die eigentlich „blind“ und nur mit Technik und Schwingungsausgleich singt und hofft, dass alles gut wird und da gefällt meine Stimme und wird als Stütze genutzt! Das ist ein Riesenunterschied von „Halt die Klappe, das klingt grausam!“ und „Bitte lass mich hinter Dir sitzen, damit ich besser singen kann, ich höre Dich so gerne!“

Das, meine Lieben, ist ein totaler „Weltenbruch“!

Danke, F.Sch.!!! Solche lieben Worte, so ein tolles Lob und auch unsere Verbundenheit dadurch,  Du weißt gar nicht, was das alles in mir geheilt hat!

Und dann bei einer Silberhochzeit erfahre ich, wie andere sich nicht mehr getraut hatten, im Chor weiter mitzusingen, weil sie ja nicht so gut singen können und der Chor „furchteinflößend wäre“, weil so viele richtig gute Sänger und Sängerinnen dabei wären. Ich habe die beiden Damen ermutigt, es noch einmal zu probieren ;-).

Während den Proben gab es dann ein paar Experimente mit mir und E.F., also ob ich sie besser von Vorne aufnehmen kann oder von der Seite und bei der Generalprobe schob mich B. hier und dorthin, bis wir schlussendlich „meinen“ Platz gefunden hatten, rechts neben mir S., die direkt neben dem Klavier stehen wollte (sie ist auch schwerhörig) und links neben mir E.F., damit ich die Höhen ablesen und mich einschwingen kann und wenn B. sich wegdrehen sollte, als „allgemeine Singunterstützung“.

Obwohl es mich nervös machte, weil die Generalprobe so „durcheinander“ war, nahm ich mir dann vor, es fließen zu lassen. Den Mut bekam ich dadurch, weil eine Woche vorher das Konzert der Südpfalzlerchen stattgefunden hatte und da zwei Mädels sich echt getraut hatten so leise zu singen (also quasi im Quartett), dass ich mir dachte, wenn die sich so etwas trauen (und es sind ja noch andere Fehler passiert), dann darf ich es gelassener angehen! Schließlich habe ich alles mir mögliche getan (alles auswendig gelernt und jede Nacht mindestens eine Stunde geübt, was ja auch sein musste) und den Rest, den muss ich einfach stehen lassen, wie es eben so kommt, weil alles perfekt konnte ich natürlich trotzdem nicht und ich hoffte, dass ich die Töne einigermaßen treffen würde.

Und so stand ich da und strahlte und sang und gab, was ich konnte und war am Schluss zufrieden mit mir!

Ein Lob habe ich auch erhalten, von jemand, den ich überhaupt nicht kannte (die meisten, die mich gelobt haben oder so, die kannten mich ja alle und wissen, was ich da geleistet habe und was ich da alles für getan habe, aber jemand, der mich jetzt einfach nur singen hört, so ohne Hintergrundwissen und mich mit „allen“ anderen vergleicht, ja, das war natürlich eine schöne Krönung zu hören, dass er mich heraushörte und ich eine schöne Stimme hätte. Dass er mich neben E.F. heraushören konnte, die ja schon sehr laut und deutlich singt und eine Ausnahmesängerin ist, ja, das hat mich natürlich noch mehr gefreut! Ja, da hatte ich breite Schultern bekommen! Sehr breite!)

Marc Donner hat mich an dem Tag rauf und runter gelobt und er weiß genau, wie sehr ich das „liebe“! Natürlich habe ich es genossen und das gesamte Fest war einfach so schön, so im Einklang miteinander, also nachher dann und mit meinen Freundinnen und lieben Chormitgliedern, die mir ans Herz gewachsen sind und dann später zu noch der lustige Abendabgang… nichts hätte jemals schöner sein können, als dieser Tag!

Aber, ich habe auch gemerkt, dass ich so viel Lob gar nicht brauche, ich singe nicht, damit ich wirke und hervorsteche, sondern weil es für mich eine super große Herausforderung ist und mich als Person vervollständigt. So viele Dinge sind in dieser Zeit geheilt, stetig bin ich gewachsen und wachse ich noch und mir geht es nicht darum, zu gefallen, sondern um zu werden! Ich kann durch das Singen mit meiner Gesangslehrerin und dem Chor endlich aus mir herauswachsen und es ist anspruchsvoll, es ist mit Liebe durchwachsen, es ist ein Meeresrauschen, es ist Klanglicht, es geht in die Tiefe meines Ichs und in die Tiefe meines Universums und doch wächst alles in die Höhe hinaus… es ist einfach mehr, als ich mir mit meinem gesamten Wesen je wünschen konnte. Auch, wenn ich dabei manchmal gelitten habe, bis hin zum fast Herzinfarkt, Hirnschlag oder Magenbruch, es gehörte zu meinem Öffnungs- und Wachstumsprozess dazu und nur deshalb, weil ich alles Grenzen überschreite, die ich überschreiten kann, nur deshalb kann ich so singen, klingen und wirken.

Und es gemeinsam tun zu dürfen, das alles zu fühlen, das alles zu erleben, das war immer mein Wesenstraum, das ist das, was ich im Internat in Trier fühlte, diese Verbundenheit untereinander und mit sich selbst und die ich seit meiner Jugend wieder suchte und ich fest davon überzeugt war, dass sie doch in der „normalen“ Gesellschaft zu finden sein muss. So ganz in dieser „reinen“ Form. Nein, ich weiß, es gibt viele Chöre, aber nirgendwo hätte ich mitschwingen können, weil es dazu einfach Herzensmenschen braucht und die habe ich hier durch meine Gesangslehrerin B. gefunden!