23.01.2025
Bis wir uns in Borken auf dem „Sommercamp 2010“ der Bundesjugend – Verband junger Menschen mit Hörbehinderung e.V. – mit dem Motto „Feel the spirit!“ kennenlernten, war ich bekannt als „die Pfeife“.
Marc führte dort einen Workshop mit dem Thema „Kommunikationstechnik – Hörsystem /CI und technische Hilfen für Schule, Studium und Beruf“ durch. In seinem „Donner-Mobil“ nahm er Kleinreparaturen, Anpassungen, Reinigungen und alles was machbar war vor.
Einer von meinen Teamkameraden (ich unterstützte die Veranstaltung als aktive Helferin („Teamerin“)) ging auf ihn zu und sagte, dass sie mal ihre „Pfeife“ zu ihm schicken würden. Das war für Marc fürchterlich zu hören. Ihm ist auch ein Schauer über den ganzen Körper gelaufen, weil nee, das mochte er nicht hören… das fand er schlimm. Heute noch denkt er oft daran und immer noch schmerzt es ihm im Herzen.
Nachdem mir von den Teamern gut zugeredet wurde, weil sie mein Pfeifen nervte, bzw. es in ihren Ohren weh tat und sie behaupteten, dass sie sich nicht vorstellen können, dass man da nichts machen könne, traf ich mich dort bald auch schon mit Marc.
Ich habe ihm erzählt, dass bei mir nichts zu machen ginge, weil ich schon immer als „Pfeife“ durchging, also meine Ohrpassstücke nicht richtig angepasst werden konnten, weil meine Hörgeräte immer schon so stark waren, dass die Rückkopplung eben ständig zu hören war, nämlich weil sich meine Ohren auch beim Lächeln und Lachen nach oben bewegen und die Ohrpassstücke den Außenohrbereich nicht mehr richtig abdeckten.
Bewegliche Ohren und solch starke Hörgeräte sind eine herausfordernde und seltene Kombi.
Er war überzeugt davon, dass er was machen könne, damit die Hörgeräte eben nicht mehr pfeifen, wenn ich lache oder lächle.
Hoch und heilig versprach er mir, dass er es hinbekommen würde und ich sagte nur, dass ich es nicht glauben würde, dass er es schaffen könnte, weil es bisher keiner schaffte. „Aber“, sagte ich, „wenn Du es schaffst, bringe ich Dir einen riesigen Geschenk-Korb mit“.
Damit war aber nicht genug: Auch neue Hörgeräte würde er für mich finden und anpassen können, behauptete er. Ja, so weit so gut… einen Versuch war es ja wert, aber geglaubt hatte ich ihm ehrlich gesagt nicht. Im schlimmsten Fall hätte sich bei mir nichts geändert, im besten Fall hätte ich einen Geschenk-Korb verloren, der es mir dann aber mindestens wert gewesen wäre.
Mit dieser Wette begann unser gemeinsamer Weg, der uns durch Höhen und Tiefen führte, aber jede Tiefe wurde immer wieder durch eine noch bessere Höhe gemeistert. Durch seine Unterstützung und die seines Teams, steigerte sich kontinuierlich meine Hör-Lebens-Qualität und in den letzten Jahren arbeiteten wir noch etwas intensiver zusammen, weil sich auch mein Horchen, Hören und Verstehen stark verbesserte.
Ohne Marc und seinem Team wäre das alles gar nicht möglich gewesen!
Natürlich gibt es viele Akustiker, aber einen Akustiker zu finden, der seinen Beruf mit Leidenschaft ausübt, nicht nur eine Dienstleistung erbringt, ist ein seltener Schatz auf dieser Welt. Für Marc gibt es immer eine Lösung und wenn es keine Lösung gibt, dann wird sie gesucht, bis sie gefunden wird und dafür „quält“ er sich mal über Jahre für einen durch und nutzt jede Information, jede Messe, jede Kreativität, die ihm dabei verhilft zu einer Lösung zu kommen oder zumindest zu einer guten Übergangsmöglichkeit.
Mit Marc Donner im Dialog möchte ich Euch unsere „Erfahrungsblöcke“ von zwei erlebten Seiten aus schildern.
Folgende Podcast sind noch in Bearbeitung: